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gefunden auf Marco Polo
Entdecken Sie Costa Rica!
Ein Garten zwischen den Weltmeeren im Zentrum des
amerikanischen Kontinents
Costa Rica, das Land ohne Krieg und ohne Kälte, eine
der ältesten Demokratien Amerikas, hat mit seinen Nachbarn
nicht viel mehr gemeinsam als die geografische Lage: platziert
zwischen dem krisengeschüttelten Nicaragua und dem
wegen des Kanals bekannten Panama, im Zentrum der Landbrücke
zwischen Nord- und Südamerika.
Amerikanische Nationalparks sind in der ganzen Welt berühmt,
aber fast immer sind es in den USA gelegene, an die man
denkt, wenn von phantastischen Naturschönheiten berichtet
wird. Dabei liegt nur ein paar Flugstunden von Yosemite
und Grand Canyon entfernt Costa Rica mit mehr als 30 seit
Beginn der Siebzigerjahre als Schutzgebiete ausgewiesenen
Regionen. Ein Modell, wohl einmalig auf der Welt: ein Land,
das mehr als ein Fünftel seiner Fläche unter Naturschutz
stellte, als Nationalparks, Biosphärenreservate, aber
auch als Indianerreservate und von der Unesco als Welterbe
erklärte Gebiete. Dampfende Regenwälder, von Nebel
verhangene Hochtäler, ockergelbe Savannen, Mangrovensümpfe
und Trockenwälder, Bergketten und Vulkane, unbegradigte
Flüsse, vor der Küste Korallenriffe und grüne
Inseln: Sie alle gehören zu den schützenswerten
Schönheiten des Landes.
Kein Wunder, dass Costa Rica zum Synonym für naturverträglichen
Aktivurlaub avancierte, zum Pilgerziel für Ökologen
und Biologen. Tatsächlich entspricht das Land in vielerlei
Hinsicht der Idealvorstellung von einem tropischen Paradies.
Dabei sah die Situation schon recht verfahren aus, waren
doch bereits zwei Drittel des Regenwaldes der Gier nach
Geld zum Opfer gefallen, bis man sich der Gefahr bewusst
wurde und Schutzzonen und strengere Umweltschutzgesetze
erließ. Der Naturschutz erfolgt jedoch nicht nur aus
hehren Motiven: Das aus Kaffee- und Bananenexport erwirtschaftete
Geld reicht allein nicht aus, um die Auslandsschulden zu
bezahlen und den Staatshaushalt ausgeglichen zu halten.
Umso dringlicher ist es, die wichtigste Ressource des Landes
zu erhalten, den Regenwald wirtschaftlich nutzbar zu machen,
ohne ihn zu zerstören: eine schwierige Aufgabe, die
man in Costa Rica dadurch lösen will, dass man den
Wald touristisch vermarktet.
Auf der Suche nach El Dorado, dem sagenhaften Hort des
Goldes, erreichte Christoph Kolumbus 1502 die Atlantikküste
des Landes und nannte es Costa Rica, die »reiche Küste«.
Statt des erhofften Goldes trafen die Spanier üppige
Vegetation an, und gerade die ist - so erkannten die Costa-Ricaner
- heute Gold wert: Der vor einigen Jahren angelaufene Touristenstrom
bringt dem Land die so dringend benötigten Devisen
und sorgt heute für ein gutes Zehntel der Arbeitsplätze.
Aus den Fehlern anderer Länder hat man in Costa Rica
gelernt: Klasse statt Masse heißt die Devise, statt
auf Bettenburgen und Billigtourismus setzt man auf Qualität.
Niveautourismus kostet den Besucher zwar ein paar Euro mehr,
die sich aber für das Land und die Natur auszahlen.
Nationalparks werden daher auch zeitweise geschlossen, wenn
wegen des zu großen Andrangs Schaden an der Natur
zu befürchten ist.
Ökotourismus heißt das Gebot der Stunde. Dazu
gehören niedrige, sich der Landschaft anpassende Hotelbauten
aus natürlichen Materialien und der Vorrang einheimischer
Produkte vor importierten. Bislang gibt es nur in San José
Hotelhochbauten, aber um so mehr lodges, cabinas und cabañas,
Holzbauten inmitten der Natur, mit Solarenergie und eigener
Trinkwasserversorgung. Auf eigens angelegten senderos, Wanderpfaden,
durchstreifen die Gäste Naturparks und bekommen einen
ersten Eindruck von der unglaublichen Vielfalt der tropischen
Tier- und Pflanzenwelt. Zur Verdeutlichung soll einmal die
ansonsten trockene Statistik herhalten: 900 Baumarten; 1200
Orchideen; 230 Säugetierarten, darunter Jaguare, Pumas,
Nasenbären, Affen, Faultiere, Ameisen- und Waschbären;
860 Vogelarten, darunter allein 50 Kolibri- und 15 Papageienarten;
40 000 Insektenarten, darunter 3000 verschiedene Schmetterlinge.
Die Cordillera Volcánica zieht sich parallel zum
Pazifik durch das Land, ein vulkanisches Gebirge mit 70
Vulkanen, davon fünf noch aktiv, deren bis über
3000 m hohe Gipfel eine Wetterscheide bilden: feuchtheiß
und mit häufigen Regenfällen an der Karibikseite,
im halbjährlichen Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit
an der Pazifikküste. In den fruchtbaren Hochebenen
der Kordilleren siedeln schon seit der Zeitenwende Menschen,
und hier ließen sich auch die Spanier nieder, nachdem
sie im 16. Jh. Costa Rica in Besitz genommen hatten.
Erst 200 Jahre nach der Eroberung schufen die Spanier das
heutige Stadtzentrum von San José, spanisch geradlinig,
dem heiligen Joseph geweiht. Ihre prächtigen Bauten
sucht man jedoch heute oft vergebens - mehrere Erdbeben
haben viele der spanischen Kirchen, barocken Paläste
und Wohnhäuser bis auf die Grundmauern zerfallen lassen.
Die heutigen »kolonialen« Bauten sind daher
nach alten Vorlagen im kolonialen Stil wieder aufgebaut
oder gänzlich neu errichtet worden.
»Unsere Tempel und Paläste sind die Natur«,
heißt es in Costa Rica: Bauliche Sehenswürdigkeiten
der präkolumbischen Bevölkerung gibt es nur wenige.
Drei Indianervölker lebten vor der Ankunft von Kolumbus
im Gebiet des heutigen Costa Rica, im Schatten der nördlich
siedelnden Maya. Statt Paläste, Tempel und Monumentalarchitektur
ließen sie nur wenige kleine Siedlungen zurück,
jedoch Keramiken, steinerne Geräte, Schmuck und Figuren.
Berühmt sind die in allen Größen hinterlassenen,
rätselhaften Steinkugeln der Brunca.
Karibische Lebensfreude dokumentieren die in leuchtenden
Bonbonfarben türkis, gelb und rosa gestrichenen Holzhäuser
an der Karibikküste, einige auf Stelzen, fast immer
mit umlaufender Veranda. Auch hier gibt es keinen Besichtigungsstress,
die Besucher genießen Klima und Meer, Strand und Dschungel,
die Lebensfreude und Leichtigkeit der Kariben.
Viele kamen aus dem Ausland, um in Costa Rica zu leben:
amerikanische Quäker, die Wälder rodeten, um Milch-
und Landwirtschaft aufzubauen, Rentner, die einen höheren
Lebensstandard genießen wollen als zu Hause, und umweltbewusste
Siedler, die im Einklang mit der Natur leben und arbeiten
möchten.
Zu den ungelösten Problemen gehört der hohe Bevölkerungszuwachs,
der zu steigendem Druck auf die Siedlungsflächen führt
und die Schaffung neuer Arbeitsplätze notwendig macht.
Noch gilt, dass das kleine Land ein vorbildliches Modell
ökologiefreundlichen Lebens verwirklicht hat. Pura
vida heißt es in Costa Rica. »Entdecken Sie
Costa Rica!« heißt also nichts anderes als:
Entdecken Sie das reine Leben!
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